Die einzige Concorde in Farben der BA und AF

Über einen Zufall bin ich auf die Sierra Alpha gestoßen. Heute steht sie in der Nähe des zweiten Pariser Airports. In der Nähe von Orly, im Museé Delta in Athis Mons. Mit der Tram T7 ist es vom Airport nur eine Station und somit in wenigen Minuten erreichbar. Die T7 fährt direkt vor dem Südterminal ab (vom Terminal West nutzt man am besten die Orlyval (Monorail), welche zwischen den Terminal kostenfrei genutzt werden kann), das Einzelticket gibt es für 1,90€. Von der Endstation der Tram kann man sie gar nicht übersehen. 

Die F-WTSA ist eine Vorserien-Concorde, ihr Erstflug fand am 10. Januar 1973 statt. Mit der Sierra-Alpha wurden 657:37 Stunden auf 314 Testflügen absolviert, davon 189 Flüge mit 280:49 Stunden in Überschallgeschwindigkeit. Diese Concorde hat als erste die Marke von Mach 2 durchbrochen und hielt die Geschwindigkeit 53 Minuten lang, der letzte und 314. Flug fand am 20. Mai 1976 von Toulouse nach Paris-Orly, wo sie dem damaligen Pariser Airport Betreiber ADP geschenkt wurde, um ein originalgetreues Holzreplikat, welches zuvor von einem Feuer zerstört wurde, zu ersetzen.  

Sie besitzt als einzige Concorde die Farben ihrer großen Betreiber, rechts die der British Overseas Airways Corporation und links die der Air France in den 1970ern.

 

Ein kleiner Auszug ihrer 314 Flüge:

 

10. Januar 1973

Jungfernflug

 

23. Februar 1973
Nonstop Returnflug von Toulouse bis Island über 3.728 Meilen bei einer Zeit von 3:27 Stunden

20. September 1973
Als erste Concorde besuchte sie die USA zur Eröffnung des Dallas-Fort Worth Airports

26. September 1973
Erstflug mit 32 Passagieren zu Passagierflugbedingungen zwischen Washington und Orly in effektiven 3:33 Stunden bei einer Blockzeit von 3:47 Stunden

7. Februar 1974
Kältetests in Fairbanks, Alaska

5. Juni 1974
Returnflug nach Rio de Janeiro über 12.000 Meilen in 12:47 Stunden

17. Juni 1974
Während einer Verkaufspromotion flog die F-WTSA von Boston’s Logan Airport zur gleichen Zeit ab wie eine Boeing 747 der Air France in Paris mit Ziel Boston. Nach einem knapp einstündigen Aufenthalt in Paris flog die Concorde  zurück nach Boston, wo sie noch einige Minuten vor der Air France 747 landete.

30.  Mai 1975
Besuch der Paris Air Show

4. Oktober 1975
Besuch Montreals als Teil der Eröffnungszeremonien des neuen Mirabel International Airports

 

20. Mai 1976
314. und letzter Flug von Toulouse nach Paris-Orly in 1:07 Stunden

 

12. April 1988
Verlagerung des Standortes und Bewahrung vor der Zerstörung durch das Musée Delta nach Athis Mons

Zurück nach Athis Mons, ich habe eine sehr schöne, interessante und detailreiche Erklärung über die Concorde (und damit meine ich speziell diese) bekommen, Einblicke bekommen und Eindrücke gemacht, die wohl nicht jeder bekommt. Die Concorde wurde nach ihrem letzten Flug ohne viele Teile des „Uhrenladens“ übergeben. Einiges hiervon wurde für einige Zehntausende versteigert, allerdings habe ich zwischen den Replikaten und den Originalen kaum einen Unterschied feststellen können. 

Teile der Boardcomputer und Sicherungen wurden schon vor der öffentlichen Zugänglichkeit in Orly entfernt, weil man so einen besseren Blick auf das Cockpit, welches sich hinter einer verschlossenen Glasscheibe befindet.

 

Die Kabine der Concorde unterteilt sich in zwei Bereiche, im vorderen befindet sich eine Ausstellung zur Geschichte der Concorde mit Bildern der 18 Exemplare aber auch dem Aufbau z.B. der Anordnung der 13 Treibstofftanks.

 

Im hinteren Teil befindet sich eine Kabine mit Sitzen von Air France, ein Teil wird derzeit noch aufgearbeitet, sie soll wie bei der Original-konfiguration 32 Sitze erhalten. Die Elektronik funktioniert und so können auch „Light tests“ mit visueller Rückmeldung gemacht werden. 

Im Museumsgebäude befindet sich ein Replikat des ersten Delta Flugzeuges von Nicolas Roland Payen, welches er 1935 entworfen und gebaut hat, ebenso wie Überreste eines weiteren, im Krieg zerstörten Flugzeuges, von ihm; ein Teil seiner Unterlagen und auch seine originale Ideenwerkstatt sind ausgestellt. Diverse Originalteile der Concorde, u.a. die Blackbox, ein Simulator und zahlreiche Flugzeugmodelle. 

Es hat mir sehr gut dort gefallen, und ich wäre sehr gerne länger geblieben, jedoch hatte ich noch meinen Erstflug ab Paris-Orly.

 

Am 22. April 2018 wird das 30. Jubiläum der Ankunft der Concorde F-WTSA im Musée Delta in Athis Mons gefeiert, hierzu sind einige hohe Gäste eingeladen, aber auch jeder Flugverrückte, Luftfahrtenthusiast oder auch Concordeliebhaber, vielleicht würde auch der ein oder andere Concorde-Flieger von euch vorbeischauen?

Ich werde auf jeden Fall dort sein, vielleicht sieht man sich ja. Ich hoffe auf einige schöne Momente und super Wetter. 

Hier geht's zur offiziellen Website des Musée Delta. Die Öffnungszeiten des Museums sind jeweils Mittwoch und Samstag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr. Jeder Besucher ist herzlich Wilkommen.

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