Burg Schaumburg

An einer unscheinbaren Stelle auf dem Kamm des Wesergebirges in Niedersachsen liegt im Wald eine verborgene Burg. Es ist die Schaumburg, welche sich oberhalb des gleichnamigen Ortsteils der Stadt Rinteln, befindet. Der Burgname Schaumburg lässt sich vom altdeutschen Schauenburg herleiten, was auf die Aussicht über das nahe Wesertal schließen lässt.  

Erstmal urkundlich Erwähnung fand die Burg Schaumburg im 12. Jahrhundert, erbaut wurde sie auf dem 225m hohen Nesselberg von Adolf II. von Santersleben auf den Überresten des Jagdhauses seines Vaters. Seitdem nannte er sich Edler von Schaumburg und die Burg wurde Stammsitz der Grafen zu Schaumburg.

Seit dem 13. Jahrhundert ist sie namensgebend für das Schaumburger Land, daher trägt es auch das Nesselblatt aus dem Stammwappen der Grafen zu Schaumburg in seinem Wappen. 

Die Grafen von Schaumburg spielten während der Binnenkolonisation im Oberwesergebiet, Ostholsteins und Mähren eine bedeutende Rolle. 

Ab 1517 war die Burg nur noch Witwensitz, ihre letzte Bewohnerin war Elisabeth von Schaumburg, 1646 verstarb sie. Mit dem Tode des kinderlosen Grafen Otto V. von Schaumburg starb die Hauptlinie der Schaumburger aus.  

Die Grafschaft wurde unter Braunschweig-Lüneburg, den Grafen zu Lippe und Hessen-Kassel. Mit dem Übergang der Burg an Hessen, übernahm das Amt Schaumburg den Burgsitz. 

Ab 1821 wurde die Burg Schaumburg von der Staatsdomäne Coverden genutzt und verfiel allmählich. 

Nachdem sie 1866 an Preußen durch die Annexion Kurhessens überging, wurde sie ab 1873 zum Gasthaus hergerichtet. Am 16. April 1907 wurde die Schaumburg von Kaiser Wilhelm II. dem Fürsten Georg zu Schaumburg-Lippe und seiner Gemahlin zur Silberhochzeit geschenkt. Das Haus Schaumburg-Lippe besitzt die Burg noch heute. 

Die Burg gliedert sich in zwei Teile, die tiefer gelegene Vorburg und die höher gelegene Hauptburg.  Von ursprünglich vier Türmen stehen heute noch drei, darunter auch der mächtige Bergfried, welcher auch als „Dicker Turm“ bezeichnet wird, von hieraus hat man die beste Aussicht weit über das Land. Der zweigeschossige Palas, das einstige Wohngebäude der Burgherren, wurde 1907-13 hergerichtet, im Kern präsentiert sich das Hauptgebäude mit Renaissanceformen, welche im späten 16. Jahrhundert errichtet wurden.  

Für den Aufstieg wird um eine Spende von 50 Cent gebeten, es lohnt sich!

Vom Bergfried hat man eine atemberaubende Aussicht über das Umland sowie hoch zur Paschenburg.

Noch heute befindet sich eine Gaststätte in der Schaumburg.

In der Vorburg befinden sich heute Ferienwohnungen.

Die Schaumburg von der höher gelegenen Paschenburg betrachtet.

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