Lange Reise für einen besonderen Flug

Southend-on-Sea wird jetzt den wenigsten etwas sagen. Verpasst hat man damit nicht viel. Für mich war es nur der Zusatz für einen besonderen Flug, in dem Ort, der wohl die Vergnügungsmeile von England sein will - an der Promenade viele Casinos und Kidsspielhallen. Ein Kiesstrand und der längste Pier der Welt. In ein paar Kilometern Entfernung eine Burgruine. Eine Innenstadt und typisch-englische Häuser. All dies ist Southend-on-Sea. Achja da gibt's auch noch einen Flughafen. Southend Airport oder London Southend Airport, obwohl dieser nicht mehr im Londoner Gebiet liegt, wie Stansted in Essex. Und hier können wir auch anfangen mit dem Flightreport. 

 

Der erste Flug führte mich von Köln-Bonn CGN nach London-Stansted STN am Donnerstag 15. Juni, der Flug inkl. Sitzplatz kostete 15,99€ sehr günstig. Mein erster Flug mit Ryanair, ich mag die Airline trotzdem nicht, der Sitzabstand war akzeptabel, aber nicht rücklehnbare Sitze sind nicht das tollste. Das Boardingprinzip werde ich auch nie verstehen. Aber darum soll es hier nicht gehen. Nachdem der Flug leicht verspätet war habe ich den Stansted Express verpasst, ich wollte noch Geld tauschen. Aus 230 Zloty wurden 33 Pfund, das muss reichen an Bargeld. Mit dem nächsten Stansted Express um 23:15 nach Harlow (1 Station). In Harlow in das International Hostel, leicht zu finden und vor allem eines billig. Ich hatte ein Zimmer für mich allein, anscheinend verirrt sich nicht die Masse hierher. 

 

Am Freitag ging es dann mit dem Bus nach Chelmsford. In knapp 50 Minuten brachte mich Arriva pünktlich zum Ziel. Dort gab es eigentlich nichts zu sehen - also direkt zum Bahnhof und ein Ticket nach Southend Victoria kaufen. Ich bekam den nächsten Zug und musste in Shenfield umsteigen. So kam ich nach knapp zwei Stunden Fahrtzeit seit Harlow am Southend Airport an - clever, da ich das Ticket später "zu ende" fahren konnte. Mein Ziel stand auch direkt am Airport. Die G-JOTR - Avro RJ85 der Jota Aviation, leider auf einer schlecht fotografierbaren Position. Ich ging noch kurz durch den kleinen Flughafen, welcher nicht größer als Kassel-Calden ist, jedoch wesentlich mehr Flugverkehr hat, bevor ich zum Holiday Inn ging. Dieses liegt keine fünf Minuten entfernt. Gegenüber gibt's noch einen McDonalds und einen Supermarkt. Es war noch nicht Mittag und ich probierte bereits einzuchecken. Ich sollte mich kurz hinsetzen, während geprüft wurde. Nach zehn Minuten Erleichterung und sie hatten ein Zimmer für mich. 

 

Dieses bezog ich und ruhte mich mal kurz aus und duschte, es war recht warm und daher war ich schon wieder durch. Danach machte ich mich erstmal in die Stadt. Wie oben erwähnt nichts besonderes. Den Pier habe ich "erklommen" - mit 2,16 km der längste in der weiten Welt. Am Ende steht ein Café und eine Rettungsbootstation. Eine Eisenbahnlinie fährt alle 30min die Strecke. Eintritt kostete zwei Pfund. Hat sich aber gelohnt. Danach holte schlenderte ich über die Promenade an den Spielhallen vorbei und holte mir Fish and Chips. Es waren nicht die besten aber ich war statt. Danach setzte ich mich ans Meer, beobachtete die Wellen und das Flightradar. Hin und wieder startete eine Dash8-400 oder ein Airbus über die Themsemündung. Zu 17:30 wollte ich wieder am Flughafen sein, weil dann eine ATR72-600 der Stobart Air landen wollte. 

 

Zwanzig Minuten wartete ich auf sie. Die Landung habe ich super bekommen. Auf dem Longstay Parkplatz mit der Linse durch den Zaun ging dies auch gut. Es war ein ganz weiße Maschine (EI-FSL) noch fast werksfrisch, neun Monate alt. Ich nahm mir noch ein 4er Pack Carlsberg mit und ging aufs Zimmer. Morgen früh musste ich schließlich gegen fünf aufstehen. Noch ein bisschen was am iPad geschaut, Bier getrunken und Wecker gestellt. Mehr ist nicht passiert. 

 

Nach einer recht kurzen Nacht weckten mich gegen vier das erste Licht. Bis kurz nach fünf konnte ich noch weiterschlafen bevor ich aufstand und mich Richtung Checkout und Airport machte, wo ich um sechs Uhr ankam. Checkin bei flybe. Es war nicht viel los und so hatte ich nach zehn Minuten mein Ticket in der Hand. Boarding sollte um halb 7 beginnen. Die Kontrolle war komplett besetzt und leer. Der neue Körperscanner, wo man die arme unten lässt wurde nicht benutzt, Deko. Keine Beanstandungen und ich ging direkt zum Dutyfreeshop. Leider gab es nichts interessantes - Havanna Club und Bacardi. Der Jumbolino stand schon bereit und wurde gecheckt. Der Flug nach Faro war gerade am einsteigen. Die Passagiere verteilten sich auf die zwei Bars und die wenigen Sitzmöglichkeiten. Zwar macht das den Flughafen unattraktiv, aber durch die kurzen Wartezeiten und vermutlich schlechten Auslastungen gleicht sich das aus. Gegen 6:35 begann das Boarding für Flybe BE6170 nach Köln. Das Ticket wurde gescannt und abgerissen, unmöglich sowas! Danach ging es raus aus dem Gebäude. Kurz vor dem Flieger durften wir wieder zurücklaufen in den Gang auf dem Vorfeld, man war noch nicht bereit ... Kurzes Warten und schon ging es in den Flieger. Sitz 2F hatte ich reserviert. Der Flieger war sehr voll - nein maximal 20 Personen, eher 14-15. Um mich herum war vieles frei. Den Start wollte ich noch auf meinem Sitz abwarten, und mich danach Umsetzen. 1F war mein Ziel, mehr Beinfreiheit, zwei Fenster und ein besserer Blick auf die kleinen Triebwerke. Die Details zum Flug gibt's bei den Exoten.

Southend Trip
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