VLM Airlines, Croatia Airlines und Weeze als Ziel

Wollen wir nicht mal wieder einen Trip aus rein aviatischer Natur machen? Dann kommt mit mir mit auf diesen Flighttrip mit einem sehr besonderen Moment.

Dienstag 27. Februar 2018

 

Irgendwie ist es ungewohnt um 21:45 sich auf den Weg zum Bahnhof zu machen, aber dieses mal beginnt der Trip anders als sonst mit dem IC Bus. Ich habe mich bewusst für den Nachtbus nach Utrecht via Hannover entschieden, da ich auf einem Ticket bis nach Antwerpen weiterfahren und somit auf ein Hotel verzichten konnte. Bequem ist was anderes, aber ein paar wenige Stunden konnte ich doch schlafen, zum Glück war der Bus nicht voll. 

Was will ich denn in Antwerpen? 

Kleiner Exkurs:
VLM Airlines wurde im September 2016 von der SHS Aviation Group aufgekauft und das Geschäft zwischen London City und Antwerpen startete Ende Oktober 2017 wieder. Man hat große Pläne mit der kleinen Airlines. Mehrere Strecken wurden angekündigt, noch in 2017 nahm man den Betrieb nach Zürich auf, im Februar 2018 stießen Maribor und München hinzu. Des Weiteren soll noch Birmingham ab Frühjahr hinzukommen. In Maribor plant man Chartergeschäfte in den Mittelmeerraum, vielleicht sogar auch Langstrecken, sicher ist es aber nicht. 


Die Flotte besteht aktuell aus 6 Fokker 50, VLM ist damit die größte zivile Betreiberin dieses Typs in Europa (BRA: 2). Eine wird für Vizion Air betrieben, zwei sind derzeit eingemottet. Zwei Airbus A320 der ehemaligen Thomas Cook Airlines Belgium wurden 2017 mit 40 Mitarbeitern übernommen. Die Maschinen werden im Chartergeschäft eingesetzt. 

 

Die Route von Antwerpen nach Maribor hat einen Stopp von dreißig Minuten in München in beiden Richtungen. 

 

Von Utrecht ging es mit dem Sprinter nach Rotterdam und von dort, nach einem Frühstück mit dem InterCity nach Antwerpen. Für die letzte Etappe nach Berchem nutzte ich den Regionalzug und das Stück zum Flughafen bin ich gelaufen, da dieser kaum mehr als einen Kilometer vom Bahnhof entfernt liegt.

 

Mittwoch 28.02.2018

In Antwerpen bin ich ca. 1 Stunde vor dem Flug am Terminal angekommen. Es ist nicht riesig, aber für einen Regionalflughafen ausreichend. 

Da hier selten Flüge zur gleichen Zeit abgefertigt werden ist auch keine Erweiterung nötig. Die Vorhalle besteht aus 6 Schaltern, einer war bereits für das Checkin nach München und somit auch nach Maribor im Gange. In Summe wurden heute 9 Passagiere auf die Strecke geschickt. Ich hatte mein Gepäck aufgegeben, da dies mit 23kg im Tarif enthalten ist, auch 10kg Handgepäck sind erlaubt. 

Beim Buchen gibt es die Möglichkeit vorab Sitze auszuwählen (für 10€), dies ist jedoch aufgrund der geringen Auslastung nicht notwendig und kann auch beim Check-In erfolgen, proaktiv wird hier nach der Präferenz nach Gang oder Fenster gefragt. Bereits beim Check-In wird auf die Ausbalancierung der Maschine geachtet und somit ein mögliches Umsetzen verhindert. 

Die Sicherheitskontrolle öffnet jeweils pro Flug und so auch bei der jeweiligen Passkontrolle, sofern es sich um Non-Schengen Flüge handelt. Airside gibt es ausreichend Sitzgelegenheiten für einen Fünfzigsitzer und eine Bar mit einem angemessenen Angebot an Speisen und Getränken. 
Während ich auf mein Boarding wartete, konnte ich dabei zusehen, wie die Fokker 50 der Vizion Air entladen wurde und die Crew zu einer anderen Fokker 50 lief, diese wurde nach einem Groundcheck enteist. 

Langsam begann auch das Boarding, mit Namensvergleich über das Ausweisdokument. Wir mussten rund 60m über das Vorfeld zu unserer Maschine laufen, was sich sehr gut für ein paar Bilder machte. An der Treppe wurden die Bordkartenabschnitte nochmal manuell überprüft und gebeten, die zugewiesenen Sitze einzunehmen. 

VLM Airlines betreibt zwei Fokker 50 für die virtuelle Vizion Air, hier die OO-VLN

Durch das Enteisungsmanöver zuvor waren wir leicht verspätet, was sich jedoch nicht negativ auf das Flugerlebnis auswirkte. Es gab einen angenehm weichen Start über Antwerpen Richtung Osten, während wir die Bundesrepublik überflogen wurde der Bordservice durchgeführt. VLM ist noch eine der klassischen Airlines, die dies im Tarif inkludiert haben und nicht wie andere Airlines inzwischen gegen ein „Buy on Board“ - Prinzip getauscht haben.

Es gab Tee/Kaffee und diverse Kaltgetränke zur Wahl, des Weiteren ein Snack, beispielsweise einen Joghurt oder ein Küchlein. Im Verlauf des Fluges wurde wie selbstverständlich ein weiterer Kaffee angeboten. Eine sehr aufmerksame und freundliche Flugbegleiterin gehört eigentlich zu jeder Airline. 

Der Flug verlief ereignislos und ruhig. Sehr angenehm und auch nicht so laut wie in einer Q400 war der Sitz auf Höhe der Turboprops. Wer die neue 737 MAX Lavatory kennt, die in der Fokker 50 ist auch nicht viel größer gewesen. Mal ein Blick aus dem Fenster? Hin und wieder Schnee, FRA war Schneefrei und Richtung Süddeutschland nur noch weiß, mal mehr mal weniger. 

Die Landung in München erfolgte trotz des verspäteten Abfluges aus Antwerpen eine halbe Stunde zu früh. Wir hatten eine Vorfeldposition von Terminal 1. Nachdem wir standen, kam die Flugbegleiterin zu mir, und sagte, dass ich nach Maribor „einfach sitzen bleiben und warten“ sollte, während die anderen wenigen Gäste in München ausstiegen. 

Nachdem der Bus weg war, kam der Ramp Agent rein und sich nach dem Status erkundigte, wie viele Passagiere weiterfliegen werden und mit der Information, dass aus MUC keiner mehr zusteigen würde, ich stand in der Zwischenzeit auch vorne. Er kam später nochmal wieder, er schien auch von der Fokker 50 begeistert zu sein, da es die einzige in MUC sei. 

Damit erfuhr ich, dass ich der einzige Fluggast nach Maribor sei, und ich erhielt somit einen sehr angenehmen und persönlichen Service mit einem sehr netten Gespräch während des Fluges. Des Weiteren habe ich ein paar interessante Informationen zu der Auslastung und dem Serviceablauf auch auf anderen Strecken bekommen. 

Nachdem die Piloten mit Getränken versorgt waren bekam ich auch noch die Chance mit ihnen zu sprechen, während mein Kaffee zubereitet wurde. Ein paar Informationen zur Zuverlässigkeit der Maschine und warum man die Fokker 50 gerne noch ewig fliegen möchte bekam ich, konnte bei der Flugvorbereitung für München - Maribor dabei sein und so viele Bilder machen wie ich wollte. 

Wir mussten nochmal nachtanken, mir wurde nochmal das Prozedere erklärt, also hinsetzen, am besten in Reihe 1, nicht am Handy spielen und nicht anschnallen. Nachdem das auch erledigt war, wurden die Türen erstmal geschlossen, da in München eisige minus 10 Grad waren und wir keine Standheizung haben. 
Ist schon interessant, was bei der Vorbereitung alles abläuft und wie „dick“ die Handbücher sind, die Fokker 50 hat zum Glück noch ein schönes Cockpit, was nicht mit Bildschirmen geflutet ist. 9 Minuten nach Scheduled Depature ging es dann los. Ich musste mich nochmal eben nach hinten umsetzen, wegen des Ausgleichs, auch waren Gewichte im hinteren Hold geladen. 

Der Start war sehr angenehm und wirklich kurz, wir überflogen noch eine Fokker 100 der Helvetic Airways und dann ging es Richtung Süden, am Chiemsee und den Inseln vorbei, zuerst die Fraueninsel, dann die Krautinsel, Herrenchiemsee habe ich leider nicht in Gänze abgelichtet bekommen. Vorbei an den Chiemgauer Alpen über die österreichische Schneelandschaft bis nach Slowenien hin, alles weiß. Wir kamen von Nordosten und sind doch einen ziemlich langen Bogen geflogen. 

In München sind wir zwar leicht verspätet abgeflogen, was aber mit einem sehr kurzen Start belohnt wurde und auch nichts ausmacht, da wir auch in Maribor viel zu früh gelandet sind. Selbst die große Kurve mit anschließender Drehung war noch locker drin. 

 

Im verschneiten Maribor, die Bahn wurde wohl extra für uns geräumt, landeten wir sehr sanft, wie zuvor schon in München. Ich verabschiedete mich noch von der Crew und wurde von der Ramp Agentin in Empfang genommen und zum Terminal begleitet, mein Gepäck wurde mir kurz danach gebracht und ich erkundigte mich noch kurz nach einem ATM und einem Transfer. Sehr netter Service, der Rückflug sollte auch nur mit einem Passagier stattfinden, leider war ich dies nicht. Es wird von der Airline eine Minimum Connecting Time von einer Stunde angegeben, was alles in allem Unfug ist. Da die Flieger bisher nie voll waren ist dies in wenigen Minuten geschafft, vermutlich müsste man das Flugzeug gar nicht verlassen. 

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