Einmal Urlaub, warten Sie ich nehm nur den Flug!

Und so geht’s auch schon los mit dem nächsten Flighttrip, nachdem ich am Wochenende bereits eine neue innerdeutsche Verbindung mit einem wieder sehr leeren vorangegangenen Flug aus Antwerpen via Köln nach Rostock hatte, soll es nun wieder in die Luft gehen. Aber wollen wir doch von vorne beginnen!

 

Vorwort

 

Die dritte Woche des Junis ist fast vorbei, ich sehne mich nach Freiheit und fliegen. Einfach nur weg, egal wohin, ein Flugpaar steht noch an, aber das reicht mir nicht. Ein paar neue Airlines wären schön. Wo kann man dies schaffen, wenn nicht in Europa? Seit dem Marktaustritt der Air Berlin sind einige neue Airlines in den deutschen Markt gekommen. Viele meiner Flüge in diesem Jahr buchte ich ohne großen Vorlauf, es hat sich gezeigt, dass spontane Buchungen und Restplätze oftmals viel günstiger sind als mit langer Vorplanung. Da ich derzeit nicht mehr als 2 Wochen planen kann kommt mir das diesmal auch wieder zu Gute.

 

Der erste Trip findet sich schnell, Ende Juni, den Rückflug habe ich dann auch schon gebucht, nur fehlt noch der Hinflug, die Zeit verstreicht, nach einem erfolgreichen Termin buche ich einen Tag vor Abflug zum Spottpreis. Dazu ein neuer deutscher Airport und ein Kontingentticket gibt’s bei der Bahn auch noch. Heute also früh ins Bett, die Positionierung dauert länger als der eigentliche Flug. 

Dienstag, 26. Juni 2018

 

Mein Wecker reißt mich aus der Nacht, es ist eigentlich viel zu früh, aber die Arbeit ruft. Um kurz nach Sieben bin ich bereits am Hamburger Hauptbahnhof, erstmal zum Bäcker Frühstück und Wegzehrung mitnehmen. Auf Gleis 14 steht noch der Metronom, danach kommt ein ICE Typ 4 nach Stuttgart, mit diesem werde ich mich wohl nie anfreunden können. Nach diesem rollt auch schon mein IC 2083 nach München ein, vorsichtshalber habe ich für die Fernzüge heute reserviert. In Fulda muss ich heute das zweite Mal umsteigen, mit dem ICE geht’s weiter nach Mannheim, leider fliege ich nicht von dort ab, ich muss mich wohl noch gedulden, bis ich diesen kleinen City-Airport erlegen kann. Ich freue mich, sollte es dieses Jahr noch klappen, wenn nicht läuft er sicher nicht weg, Hamburg und Berlin sind wichtige Verbindungen der Stadt, im Monopol der Rhein-Neckar-Air betrieben, manchmal gibt’s auch noch andere besondere Ziele. Abwarten, heute ist ein weiterer kleiner Airport dran. 

 

Da man sich so gut wie nie auf die deutsche Bahn verlassen kann, sollte ich meinen Anschlusszug in Mannheim durch Verspätung nicht mehr erreichen und somit ging es bereits in Frankfurt in einen Regionalexpress des vlexx. Immer schön mit Pufferzeiten planen, somit komme ich circa eine Stunde später als geplant am Startflughafen an. 

Die Fahrt dauert rund drei Stunden, teilweise durch schöne, unberührte Natur, teils durch Städte von denen ich noch nie gehört habe. Jetzt bin ich nun auch in jedem deutschen Bundesland gewesen, das kleine Saarland war das letzte was auf Liste. Somit ist nun auch klar, von welchem Airport ich abfliegen werde. Fahrtziel ist erstmal Saarbrücken Hauptbahnhof, ein kleiner aber moderner Bahnhof. Bis zur Abfahrt meines Busses habe ich noch etwas Zeit und so schaue ich mir einen Teil der Stadt an.

 

Ich gehe durch die Innenstadt,  auf der Luisenbrücke über die Saar hinweg und vorbei an der St. Jakobkirche sowie zum Ludwigsplatz mit der gleichnamigen Kirche, bis zum Schloss ist es zu weit. Ich bin unterwegs an einer Bushaltestelle vorbei gekommen, wo der R10 auch fährt, somit muss ich nicht bis zum Hauptbahnhof zurücklaufen. 

Ludwigskriche

Friedenkirche

Da ich noch ein wenig Zeit habe bis der Bus R10 abfährt, besuche ich noch eine Metzgerei. Wie an kleinen Flughäfen üblich erwartet mich auch in Saarbrücken-Ensheim keine Priority Pass Lounge. 

 

Mit knappen fünfzehn Minuten Verspätung kam der Bus aus dem Stau, das Ticket löste ich beim Busfahrer für 2,60€. Was verglichen zu anderen Verkehrsbetrieben sehr günstig ist. Die Fahrt zum Flughafen dauert rund dreißig Minuten, kurz vor dem Ziel kann ich eine Landebahn auf einem Plateau ausmachen. Wow! Das ist doch mal was besonderes, hat sich die siebenstündige Anreise aus Hamburg doch gelohnt. Vor dem Hangar der Contact Air erblicke ich einige ATRs. Das war’s dann auch schon wieder an Flugzeugen in Sichtweite.

St. Jakobskirche Mit dem Bus geht’s noch direkt vor das Terminalgebäude, es wirkt wirklich winzig, jedoch habe ich schon kleinere besucht, zum Beispiel La Gomera GMZ oder Valverde (El Hierro) VDE auf den Kanaren, sie waren jeweils mit zwei Gates ausgestattet. 

 

Bis zum Abflug ist es noch über eine Stunde, der Check-In von Eurowings wirkt verwaist. Zwar bin ich schon eingecheckt, aber ein Sitz weiter vorne wäre auch mal wieder schön. Freundlich gefragt und direkt in Reihe 4 einen Fensterplatz bekommen. Da ich noch einiges an Zeit zum überbrücken habe, gehe ich nochmal nach draußen, die Sicherheitskontrolle ist auch nicht leer. 

Bei schönstem Sonnenschein lässt sich die Zeit gut ausreizen, ich entleere noch mein Wasser und mache mich zehn Minuten vor Boardingbeginn durch die leere Siko. Und die obligatorische rote Leuchte geht zweimal an. Zunächst bei der manuellen Nachkontrolle und dann beim Abstrich vom Rechner und Kamera. Wie zu erwarten kam natürlich nichts bei rum. Solange sie mir nicht mit dem Hund kommen ist auch auch nichts dabei. 

 

Wie soll man einen kleinen Flughafen beschreiben? Der luftseitige Sicherheitsbereich verfügt über fünf Gates, von A bis E. Klein, aber fein. Gerade landete die Bombardier CRJ-700 von Adria Airways, welche für die Luxair via Saarbrücken nach Berlin fliegt, scheinbar hat sie hier einen technischen Stopp von rund einer Stunde.

Adria hat Pläne die CR7 bis Jahresende gegen weitere CR9 zu tauschen, was ungefähr 30% mehr Sitze pro Flug bedeutet. Die Flotte von Adria ist durchaus interessant, neben A319 fliegen sie CRJ-700 und -900 sowie eine Fokker 100. Letztere flog in der Vergangenheit vermehrt München - Ljubljana. 

 

Wenig später landet auch schon der nächste Flieger, diesmal ist es eine Bombardier Dash 8-Q400. Luxair betreibt diese selbst und bedient hier unter anderem die Route Luxemburg - Hamburg mit Stopp in Saarbrücken. Mit dieser Maschine bin ich nach Afrika gestartet, zunächst nach München als Zubringerflug für Oman Air, willst du mehr davon wissen, folge mir doch einfach mal nach Zanzibar!

Inzwischen habe ich eine Mail von Eurowings erhalten, der Flug verzögert sich leider um einige Minuten. Aus wenigen werden viele, inzwischen sehe ich die Maschine der Eurowings Europe auf dem Radar, der Landeanflug wird noch um einen Rundflug über die Stadt verlängert. Interessant, warum bekomme ich keine Zugaben? Kurze Zeit später landet die A320 auch schon, rollt zum Terminal und wird entladen, währenddessen wird unser Boarding vorbereitet. LuxAir macht sich schon auf den Weg Richtung Hamburg, die CR7 steht weiterhin. 

EW6819 wird aufgerufen, nun startet es mit knappen dreißig Minuten Verspätung, mittlerweile sollte ich es gewohnt sein, kaum einer der letzten 50 Flüge in 2018 war in irgendeiner Sichtweise pünktlich. Einen Vorteil haben kleine Airports, manchmal — nicht immer — es gibt Laufgates und keine Busse, auf dem Weg zum Flieger konnte ich noch ein paar Fotos machen, unter anderem der ATR-Park. 

 

Dass mein Platz bereits besetzt ist lässt sich mit der Crew klären, so nehme ich auf der anderen Seite Platz, der Flug ist nicht ausgebucht, eine genaue Zahl kenne ich nicht, am Gate saß circa ein halber Airbus A320. Zwar bleibt die Reihe nicht leer, aber die „More Legroom“-Zone hat doch einen gewissen Vorteil die rund drei Stunden zu überstehen. 

 

Mit einer knappen Stunde Verspätung und einem neuen Slot rollen wir den Berg hinab. Wir drehen vor dem Abhang noch um und machen ein — für einen Airbus ungewöhnliches Manöver — kein echter Kurzstart, wie es bei Propellermaschinen oft der Fall ist, jedoch auch einen verkürzten Start, die Bahn ist hier nur 1990m lang und hat keine Auslaufzonen. 

Wir haben sehr gutes Wetter, die Sicht ist fast immer super. Erst durch die bergige Landschaft des Saarlandes, dann über das platte Frankreich und hinein in die Schweizer Bergwelt. Über diverse Airports hinweg bis nach Marseille, hier geht’s dann über’s Mittelmeer das letzte Stück nach Mallorca. In die tierstehende Sonne landen wir von Nordosten kommend. Heute wieder unsanft, es ist ein langer Weg auf unsere Parkposition, leider haben wir ein Busgate. Die Fahrt geht direkt in die Gepäckhalle, somit ist ein luftseitiger Umstieg nicht mehr möglich. Bis zu meinem Weiterflug habe ich noch einige Stunden zu überbrücken, ich schaue mir zunächst einen Weg Richtung GAT raus, dort ist auch eine Brücke über die Autobahn, wo man Bilder über den Zaun hinweg machen kann. 

PMI_Spotter_Juni

Bevor es ganz dunkel und der Rückweg Leib und Leben gefährdet mache ich mich auf den Rückweg zum Terminal. Online bei sleeping-in-airports (Link) gibt’s oft Empfehlungen für gute Ruhegelegenheiten, auch für hier gibt es eine. Landseitig gibt es auf höhe der Sicherheitskontrolle eine selten frequentierte Raucherterrasse, mit Bänken und Frischluft, ich entschließe mich zunächst hier mein Nachtlager auf einer der hinteren Bänke einzurichten. Nach einiger Zeit lege ich mich hinter einen Baum auf Kunstrasen mit unbeschränkter Sicht auf das Sternenzelt. 

Ich versuche zu schlafen, was oft nicht gerade einfach ist. Es gelingt mir, zwischendurch wache ich kurz auf, gegen halb vier ist die Nacht jedoch endgültig vorbei. Mittlerweile steht auch die Maschine für den Rückflug auch fest. Es ist leider nicht die OO-TCT von VLM, welche auf dem AOC der ehemaligen Thomas Cook Belgium unterwegs ist. Schade, also muss ich im Juli nochmal ran… 

 

Allerdings finde ich einen weiteren interessanten Flug, den ich vielleicht buchen sollte, bevor es zu spät ist. Die Zeit vergeht langsam, gegen fünf mache ich mich auf zum Condor Check-In. Meinen Platz möchte ich doch gerne gegen ein Fenster tauschen, die ist problemlos möglich und so mache ich mich mit der neuen Bordkarte durch die Kontrolle. 

 

Als wäre ich anfällig für Irrops, so schlug diesmal der Sprengstofftest bei mir an. Rot… kein gutes Zeichen, der Automat muss kaputt sein, so wird ein anderer genommen, Glück gehabt. Die Lounge öffnet auch gleich, und das Gate ist im Terminal C, also auf ans Ende.  

Das Frühstücksangebot der Sala Mediterraneo Lounge ist in Ordnung. Eigentlich kann man nichts vermissen. Zeitig mache ich mich auf den Weg zum Gate C38, ein Glück, dass ich heute nicht Eurowings fliege, der Flug nach HAJ wurde gestrichen. 

Die Lounge bietet nicht weniger als andere, jedoch gibt es hier frische Brötchen und keine vorgefertigten Sandwiches, wie das in Spanien oft der Fall ist. 

Thomas Cook Balearics, hier nach der Landung in Hannover im Mai

 

Am Gate erwartet mich eine A320 der Thomas Cook Balearics, immerhin eine neue Airline, auch wenn sie sich farblich nicht von der Gruppe unterscheidet. Auch hier verzögert sich das Boarding nochmal kurz. Der Flieger ist auch hier nicht ausgebucht, so bleibt der Mittelplatz frei. Die Zeit nach dem Start nutze ich zum Schlafen, was mir auch sehr gut gelingt. Am Schluss noch ein Foto von der Heimat und dem Fliegerhorst Wunstorf ETNW mit 8 A400M und schon geht’s in Hannover mit einer butterweichen Landung runter. 

Und hiermit endet dieser Flighttrip auch wieder. Danke für’s mitkommen und bis bald. 

Statistiken

 

Datum Airline FlugNr. von nach Aircraft Dist km Reg
26.06.18 Eurowings Europe EW6819 SCN PMI A320 1.128 D-ABHN
27.06.18 Thomas Cook Balearic DE1535 PMI HAJ A320 1.531 EC-MTJ
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