Zum Feiertagswochenende nach Sardinien

Am 30. September 2016 geht der Trip nach Sardinien vom Flughafen in Frankfurt los, es ist 11 Uhr und ich warte bereits, darauf, dass der Check-In öffnet. Mein Bid for Upgrade in Höhe von 55€ für das erste Segment FRA - LIN wurde angenommen und ich kann um kurz vor 12 an den BusinessClass Check-In gehen. Es gibt ein Problem, mein Ticket nach Cagliari fehlt, kurzer Telefoncheck und ich habe meine Tickets: Frankfurt-Linate in C, Linate-Cagliari in Y. Zunächst geht es im Terminal 2 Gate E zur Kontrolle. Durch das C Ticket brauche ich nicht zu warten. Hier gibt es auch keinen Nacktscanner, alles ist OK und ich muss nicht nochmal abgetastet werden. Mein Abfluggate ist D42, ich besuche vorher die Air France / Skyteam Lounge an Gate D26. 


Problemlos komme ich rein, es gibt erstmal ein kühles Weizenbier und dazu eine Art Nudelsalat und eine lauwarme Bockwurst. Als Dessert nehme ich mir noch einen Mini-Muffin und mache mich gegen 13:50 zum Gate, denn Boarding soll um 14:05 beginnen. Am Gate angekommen merke ich, dass es wieder mal ein Busgate ist. Boarding beginnt um 14:15 Uhr und ich sitze als Erster im Bus. Als Erster einsteigen und als Letzter aussteigen.. Hat also nichts gebracht Business zuerst zu lassen. Die Embraer 175 steht an der letzten Außenposition. Eine schöne Maschine. Ich steige also als einer der letzten des ersten Busse in den Flieger ein. Noch einen kurzen Blick ins Cockpit und schon sitze ich auf 02A. Die Businessclass hat wenig Unterschiede zur Economy in diesem Flugzeug. 

Letzte Vorbereitungen und Pushback um 15:08, bereits leicht verspätet. Mit dem Bus ging es über die erste Hälfte des Airport, jetzt gehts mit dem Flieger ans andere Ende. Vor uns starten noch zwei Airbus A320. Dann geht es auch schon recht schnell auf Reiseflughöhe. Nach 20 Minuten beginnt der Service, zuerst ein Getränk, ich entschied mich für Orangensaft (zur Wahl stand noch Wasser). Das Business-Menü ist sehr reichhaltig und macht nach dem Loungebesuch richtig satt. Es gab Brötchen mit Butter, dazu eine Tomate mit einer Reisspeise, ein Stück Gemüsekuchen, einen Fleischspieß, als Dessert ein sehr leckeres Tiramisu, dazu wurde Wasser gereicht, auf Wunsch bekam ich ein Bier, hinterher gab es noch Kaffee. 

Über den Schweizer Alpen begann bereits der Landeanflug auf den Stadtflughafen von Mailand. Zunächst wurde um die Stadt erst eine halbe Schleife geflogen und dann direkt gelandet. Ein netter kleiner Flughafen. 

Diesmal musste ich nicht Busfahren und war direkt im Terminal, leider ging mein Weiterflug nicht mit kurzem Aufenthalt sondern erst gegen 17:45. Ich verbrachte die Wartezeit mit Auf und Ab laufen im Terminal A. Um 17:25 sollte das Boarding beginnen. 
Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass es an Gate A02 stattfindet. Leider wieder Busfahren. Diesmal aber nur eine kurze Strecke. Die Embraer 190 stand ca. 2 Minuten entfernt, vorbei an einem seltenen Muster der Silver Air, einer Let 410-UVP-E Turbolet, diese bedient die Strecke Linate - Elba; mit dieser kleine Turboprop mit einer Reichweite von etwa 550km würde ich auch sehr gerne mal fliegen. 

Diesmal war unser Start auch nicht pünktlich, denn jetzt waren 3 Regionaljets vor uns dran. Der Service begann über Korsika, diesmal gab es nur einen Kaffee und eine Tüte Coockies in Y.  Die Landung bei Sonnenuntergang in Cagliari werde ich so schnell nicht vergessen. Das Aussteigen geschah auf dem Vorfeld und mit einem etwa 50m langen Fußweg in das Terminalgebäude, parallel ist eine Ryanair Maschine angekommen. Das Gepäckband ging zügig los und ich hatte direkt als Erster meinen kleinen Koffer, Vorteil des Priority-Baggage-Aufklebers. 

Dann nur noch den Schildern zum Bahnhof gefolgt, vorher ein Ticket nach Cagliari gekauft für 1,30€. Jeder Zug von und nach Cagliari hält am Airport. In 10 Minuten war ich am Bahnhof und in weiteren 10 am Hafenbahnhof der Inselhauptstadt, von hier aus verließ ich mich auf die Wegbeschreibung von Google Maps und war nach 20 Minuten am Hostel Marina, nein es liegt nicht direkt am Hafen, aber sehr zentral wie ich später festellte. 

Im Hostel problemlos eingecheckt, bezahlt und Infos bekommen. Ich hatte nach dem ganzen Essen während der Flüge keinen Hunger mehr, so machte ich mich nochmal frisch und entschied mich für einen kleinen Sparziergang. Leider habe ich mich etwas verlaufen aufgrund von Baustellen womit die Googlemaps mich schlecht zurück führen konnte. 

 

1. Oktokber 2016 

Frühstück von 7 - 10, bis 10:30 soll man das Zimmer verlassen haben wegen des Putzservices. Ich begebe mich gegen 8:15 in den Innenhof zum Frühstück, es gibt kein Buffet, am Thresen bekomme ich ein Körbchen mit einem Brötchen und einem süßen Croissant, dazu gibt es (nur heute Honig) und jeden Tag Marmelade, sowie einen Apfel, ich nenne noch meinen Namen und die Zimmernummer, Kaffee und Wasser bzw. Saft kann ich so viel nehmen wie ich mag. Es gibt Nespresso-Vollautomaten. Ich entscheide mich für einen Cappuccino und versuche dann mit unscharfen Messer das Gummiartige Brötchen zu schneiden. Das Frühstück ist im Preis von 24€ pro Nacht enthalten und als Grundlage vollkommen gerecht. Den Apfel hebe ich mich für den Tag auf. Ich nehme mir noch einen Kaffee Americano und gehe dann meine Sachen packen und mir Cagliari bei Tageslicht ansehen. 
Das Wetter ist sehr wechselhaft, ich gehe auf Nummer sicher und nehme die Regenjacke mit. Ich habe keinen Reiseführer und null Plan wo ich hingehe, ich komme an verschiedenen Kirchen vorbei. In der Ferne auf dem Hügel oberhalb der Altstadt sehe ich die Stadtmauer und den großen Turm "Torre del Elefante". Ich entschließe mich dort hochzugehen. Unterwegs gibt es einen kurzen Schauer, das war's dann auch mit dem angekündigten Regen. 
Oben angekommen ist es sehr nass, ich gehe auf Nummer sicher und betrete die Türme mit den Holztreppen nicht, von vorne sehe ich auch keine Leute oben.
Es ist sehr schwül und anstrengend bei dem Wetter. Vorbei an noch mehr Kirchen und dem archäogligischen Museum von Cagliari. Als ich wieder unten in der Altstadt bin entschließe ich mich zum Hafen zu gehen, es ist bereits Mittagszeit und ich esse unterwegs den Apfel. Am Hafen stehen vier miltärische Schiffe, 3 Flugzeugträger, u.a. die Mistral der französischen Marine und ein türkischer Militärkreuzer. Vor der Mistral wird alles winzig. Es sind jetzt um 28°C und ich begebe mich in Richtung Jachthafen. Auf dem Weg an der Promenade entlang merke ich, dass der Weg direkt ins Wasser gebaut wurde. Nach einer halben Stunde gehe ich zurück zum Bahnhof einen Snack kaufen, da noch nichts außer McD. geöffnet hat wird es leider Fast Food geben.

Den Nachmittag verbringe ich auf der Suche nach anderen Sehenswürdigkeiten, auf TripAdvisor entdecke ich eine Art natürliches Kollosseum, es befindet sich in der Nähe auf dem nächsten Berg in der Nähe vom botanischen Garten. 
Am "Kollosseum" angekommen, sehe ich, dass dort aktuell Baustelle ist und laufe einmal drum herum, von Außen durch den Zaun kann man schon recht gut alles sehen. Ich bemerke oben, dass ich am Morgen in der Nähe war als ich an der gleichen Stelle vorbei laufe, wo ich ein paar Stunden zuvor runtergegangen bin. 

Abends im Hostel lerne ich den französischen Maler Guilliame kennen, mit schlechtem Englisch und Spanisch-Phrasen unterhalten wir uns über seine Werke und was man auf Sardinien machen kann. Leider wäre es besser gewesen, wenn ich nach Olbia geflogen wäre, denn dort im Norden der Insel soll es im Herbst schöner und angenehmer vom Wetter sein. Die stehende Hitze in Cagliari bringt einen um..
Gegen 19 Uhr gehe ich runter in die Stadt und suche ein Restaurant auf. Das Ristaurante de Corallo kann ich nicht empfehlen, im ersten Blick sind die Preise günstig, allerdings bekommt man dementsprechend kleine Portionen, die Getränkepreise scheinen überall einheitlich geregelt zu sein. Ich habe mich für Lasagne entschieden ##Bild## und dazu ein Ichnusa, ich ziehe das Lokale Bier dem Heineken immer vor. Zum Einstieg gibt es trockenes Brot, für Butter hat es nicht gereicht.. Die Portion Lasagne ist wirklich winzig und ich esse mich an dem Brot satt, als ich nach der Rechnung bitte bin ich erschrocken. Es gibt einen Posten "Coperto Cena", es werden 2,50€ für nichts berechnet, ich gebe kein Trinkgeld. Ihr findet meine Bewertung hier.
 



Sonntag 2. Oktober 2016: 
 

Nach dem Frühstück weiß ich wirklich nicht was ich heute tun soll, da ich am Samstag schon einiges gesehen habe und Cagliari damit für mich abgehakt habe. Ich gehe direkt zum Bahnhof und sehe mir die Ziele an, ich google nach den verschiedenen Orten, die in zwei bis drei Stunden Entfernung liegen. Mich überzeugt Oristano, in der Nähe befindet sich ein netter Strand in dem Ort Torregrande. Die Zugfahrt kostet 6,70€ und dauert gut anderthalb Stunden, vorbei an Bergen und steppenähnlichen Landschaften.

In Oristano angekommen steige ich in den nächsten Bus nach Torregrande, die Busfahrt kostet 1,50€ und dauert knapp 20 Minuten. Es geht vorbei an kargem Land und weiten Steppen. In Torregrande angekommen ist es bereits sehr heiß und die Luft steht. Ich gehe von der Bushaltestelle vorbei an einem schicken Jag zum Strand. Das Meer glitzert in der Sonne, ich gehe am Strand entlang, nach einer Stunde wird es mir zu warm und ich schlendere an der Uferstrasse, vorbei an verschiedenen Afrikaner-"Läden", entlang. 

Nebenbei schaue ich bei TripAdvisor nach Restaurantbewertungen. Drei sehen recht gut aus, haben aber bereits geschlossen. Die restlichen sind nicht sehr gut bewertet oder leer und die Preise sind teilweise unverschämt für das was ich auf den Tellern sehe. Langsam mache ich mich wieder Richtung Bushaltestelle und merke dass ich nach zwei Stunden Torregrande genug von Strand für dieses Jahr habe. Ich bin echt kein Strandfan. Nach einer halben Stunde des Wartens kommt der Bus. Eigentlich wollte ich ein Ticket für die Rückfahrt kaufen, jedoch möchte der Busfahrer von vorhin das Ticket sehen und winkt mich durch. Allerdings hat er bereits eins gedruckt und macht bei der Rückfahrt allerhand Papierkrams nebenbei auf dem Lenkrad. Die Fahrt nach Oristano wird zum Abenteuer, denn der Bus hat einen leichten Linksdrall. 

Nach weiteren 15 Minuten bin ich in Oristano. Ich entscheide mich in der Ortsmitte auszusteigen und mir die Stadt anzusehen. Auch in der Hoffnung etwas zu Essen zu vertretbaren Preisen zu finden. Es ist jedoch Sonntag und kein Laden hat auf. Nicht mal ein Kiosk oder ein Restaurant. So eine tote Stadt wie Oristano habe ich noch nie gesehen. 

Ich gehe durch die Straßen und versuche langsam den Bahnhof zu finden. Mit Siri ist es doch wesentlich leichter sich in den verwinkelten Gassen zurecht zu finden. Kein Wind geht. Gegen 16 Uhr bin ich am Bahnhof, mein Ticket habe ich schon in Cagliari gekauft. Der Bahnhof wirkt verlassen wie in einem Stephen King - Roman. Der Zug fährt nach einer gefühlten Ewigkeit ein, jedoch steht nirgends wo dieser hinfährt, ich frage den Schaffner. Ich sitze im richtigen Zug. Nach zwanzig Minuten Warten füllt er sich so langsam und fährt dann die Strecke nach Cagliari zurück. 

Um 19 Uhr bin ich wieder im Hostel. Ich lege meine Sachen ab und gehe mir was zu essen suchen, vorbei an verschiedenen Restaurants mit anziehenden Karten und günstigen Preisen. Ich lasse diese Links liegen, kein Mensch zu sehen. In einer Nebenstraße komme ich zu einem Platz mit zwei Restaurants, einer gut gefüllten Pizzaria, viele deutsche Stimmen höre ich, außerdem sehe ich große Pizzen auf den Tellern. Hier bleibe ich. Die Pizza war recht gut und sehr groß, ich trinke mein Bier aus und bezahle. Mit 12€ bin ich vollkommen zufrieden.


Montag 3. Oktober 2016
 

Heute gibt es nur ein sehr frühes Frühstück, wie immer das gleiche. Danach hole ich mein Gepäck und checke aus. Ich gehe gegen 8 Uhr zum Bahnhof und fahre mit dem nächstbesten Zug zum Flughafen. Dort muss ich wieder durch den langen Tunnel. Aber noch habe ich einiges an Zeit. Im Terminal angekommen suche ich den Alitalia Schalter. Es ist nicht viel los und ich komme gleich dran. Gebe meinen Koffer auf und habe mein Ticket. Da es nicht viel zu sehen gibt gehe ich vor dem großen Ansturm zur Kontrolle. Ohne Beanstandungen. Ich warte am Gate auf den Flieger, das Terminalgebäude von Cagliari hat gerade mal rund 10 Gates, die wenigsten haben einen Finger. Ich habe Glück und kann dadurch direkt in den Flieger nach Rom.
 
In Rom mit leichter Verspätung angekommen. Schnell die Lounge gesucht und darüber diskutiert, dass ich einen Zugang mit dem Ticket gekauft habe und keinen Status habe. Nach ein paar Minuten hin und her hat sie es im System gefunden und ich konnte rein. Es gab verschiedene Snacks und Desserts. Wasser gab's in kleinen Flaschen im Kühlschrank, alles andere an der Bar. Die Sitze waren bequem, leider recht voll und laut. Kein Ausblick. Vom Essen und der Auswahl her war ich zufrieden, vom Ambiente müsste ich diese Lounge allerdings nicht mehr besuchen. Der im Internet versprochene Flugsimulator war auch nicht vorhanden.

 

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