Ein Tag in Manchester - Concorde & mehr

Eigentlich wollte ich das neue Jahr ruhiger starten als ich das alte beendet hatte, aber die Vorsätze halten bekanntermaßen nicht lange, denn nun geht es mal wieder recht spontan los. Der erste Flug im neuen Jahr war mir doch nicht nah genug. Durch eine private Veränderung nutzte ich die Zeit, um nochmal einen Tag rauszukommen. Ryanair hatte eine Woche vor dem Flug ein recht gutes Angebot für den Zehner nach Manchester, zunächst war die Frage bleibst du über Nacht? Nahegelegt wäre die aktuelle IHG Accelarate, aus terminlichen Gründen entschied ich mich jedoch für den Dayreturn. Für den Rückflug standen am selben Tag also zwei mögliche Verbindungen an, nachmittags mit der Eurowings oder abends mit EasyJet zurück nach Hamburg, ich entschied mich für letztere, da neue Airline und ich somit den Tag besser nutzen konnte.

 

Dienstagmorgen, um fünf klingelt mein Wecker, also etwas mehr als 4 Stunden bis zum Boarding, eine Stunde reicht locker zum Fertigmachen und die geladenen Akkus einzupacken. Um kurz nach 6 fährt mein Bus zur S-Bahn und mit letzterer zum Hamburger Airport. 40 Minuten später finde ich mich dort wieder, es ist für einen Wochentag, sehr wenig los. Die Kontrolle geht fix und mit der üblichen Nachkontrolle bin ich auf dem Weg in die Hamburg Airport Lounge, sie befindet sich im dritten Stock des Terminals über dem Duty Free Shop und bietet einen schönen Blick über das Vorfeld.

 

Da ich zuhause nicht mehr gefrühstückt habe, kann ich dieses hier machen, während ich einer Airberlin-Maschine beim Starten zuschaue. Die Auswahl ist für ein Frühstück vollkommen ausreichend, verschiedene Aufstriche, Marmeladen, Joghurt und Cornflakes sowie Brötchen und Croissants, dazu verschiedene Kaffeesorten aus dem Vollautomaten sowie Wasser und Säfte. Es gibt auch frisches Obst.

 

Auf meiner mobilen Bordkarte steht, dass mein Gate um 9:10 Uhr schließt, da ich noch zu Gate B49 und durch die Passkontrolle wegen des Non-Schengen Fluges muss, verlasse ich die Lounge um 8:45 Uhr, die Passkontrolle ist leer obwohl 3 Flüge sehr zeitnah von hier abgehen.

 

Um Gate B49 ist relativ wenig los, also scheint mir der Flug nicht ausgebucht zu sein. Gegen Neun wird das beginnende Boarding für die Priority angekündigt und im selben Atemzug die neue Handgepäckrichtlinie. Bei meinem leichten Gepäck bin ich nicht vom Einsammeln betroffen, habe aber auch kein Problem damit meinen Rucksack unter den Sitz zu schieben, auch wenn der Sitzabstand eng ist. 

Die Maschine steht an einer Außenposition, daher geht’s mit dem zweiten Bus rüber, Platz 25F habe ich mir vorher reserviert, da ich kein Fan von Mittelsitzen bin und bei dem günstigen Preis sind die paar Euros auch egal. Schade, dass Ryanair kein echtes Sitzplatz-Bingo hat.

 

Durch die hintere Tür geht’s mal wieder in den Flieger, ich bin wirklich noch nie über Ryanair eigene Treppe eingestiegen, ich traue dem Ding auch nicht so recht. Aber in der Sparlogik der Airline ist es schon verwunderlich, dass sie hinten keine eigene „ausfahrbare“ Treppe haben.

 

Der Flieger ist mit rund 50% belegt, daher habe ich die Reihe für mich allein, das macht den Sitzabstand schon erträglicher.

 

Im Regen gestartet und schönste Sicht auf die Ostfriesischen Inseln. Hoffentlich bleibt es in England auch so angenehm.

 

Der Flug ist echt entspannt, bis auf die Sitze, im Vergleich zum letzten Ryanair Flug sind die Flugbegleiter nicht übermotiviert und sondern ruhig. Jedenfalls kriege ich sehr wenig von ihnen mit.

 

Den Sprung zur Insel verbringe ich mit Musik hören, Handy laden und ein wenig tippen.

 

Die Wolkendecke über der See klart wieder auf, erste Blicke auf die Insel. Es ist Grimsby, dort wo der Humber in die Nordsee mündet. Mal wieder ein Airport von oben kommt in Sicht, es ist der HUY - Humberside Airport, ein putziger Airport. KLM verbindet diesen mit AMS und Flybe opb. Eastern Airways mit einer Jetstream 41 Aberdeen, dazu kommen Saisonale Verbindungen.

Danach folgen auch schon wieder Wolken, zwischendurch sieht man ein wenig Schnee im Norden Englands und schon beginnt der Anflug auf Manchester.

 

Verdammt wir sind zu früh, genauer gesagt 16 Minuten vor Plan, und da beginnt schon das Chaos, denn die gute Ryanair hat kein freies Gate. Wir warten also gute 15 Minuten in der Nähe des Runway Parks auf ein Entkommen. 

Germany_Airview

Wilkommen in Manchester. Wie man vermuten kann Schietwetter in England. Es regnet. Nächstes Ziel die eGates, und ich hatte es schon im Gefühl, weder mein alter Pass im letzten Jahr noch der neue dieses Mal werden akzeptiert.

 

Die Dame an der Kontrollkammer hat wohl noch keinen der neuen Generation gesehen, denn sie musste ihn sehr genau begutachten.

 

Zum Glück nur mit leichtem Gepäck unterwegs mache ich mich in Richtung der öffentlichen Verkehrsmittel. „The Station“.

 

Da ich nur wenig vor habe und erst bei der Landung den Runway Park „entdeckt“ habe, entschließe ich mich dazu dies als erstes zu tun.

Am Automaten löse ich ein Dayticket für alle Metrolink-Stations Bus/Tram/Train.

 

Mit der Linie 200 geht’s um 11:17 zum Park, es sind keine weiteren Gäste an Board und der freundliche Fahrer fährt durch, er fragte vorher wo es hingehen soll. Inzwischen gab’s einen Wetterumschwung und es ist recht angenehm.

 

Rechts begrüßt die Cockpit Sektion einer als DC-10 der Monarch Airlines. Links die Trident Three der BEA, der Eintritt ist grundsätzlich kostenfrei, es gibt daher auch ein paar Einschränkungen. Die Trident Three bleibt geschlossen, die Avro RJX ist freizugänglich, die Nimrod kann im Rahmen einer Tour besucht werden und in der großen Halle steht die G-BOAC, natürlich werde ich sie besuchen, Eintrittsentgelt beläuft sich auf 5 Pfund, gängige Kreditkarten werden akzeptiert.

 

Die nächste Tour findet um 12:10 statt, die verbleibende Zeit nutze ich für den Avro und die anderen beiden vorne.

 

Der Avro steht hinter der Concorde-Halle. Da das Wetter schlicht gesagt durchwachsen ist mache ich mich schnell ins Innere.

 

Das Cockpit ist leider mit einer Scheibe geschützt, es ist fast unmöglich eine Stelle ohne Kratzer zu finden.

 

Zwischendurch schaut Emirates mit der A380 vorbei, mal wieder, heute früh war auch schon einer auf dem Weg zum Start.

 

Es wird Zeit sich auf den Weg zur Rezeption zu machen, kurz einen Blick in den Shop, es gibt zahlreiche Modelle von Herpa und Revell, jedoch keine Airberlin.

 

Die Tour startet, wir sind zu viert, die Tour teilt sich in zwei Abschnitte zu je 10 Minuten. Zunächst geht’s in die Kabine und dort möchte unser Guide ein paar Details erzählen und Fragen beantworten.

 

Sehr bequem, aber der Abstand ist auch nicht riesig, drei Stunden ließen sich hier doch ganz angenehm verweilen.

 

Nach ein wenig Story telling gibt’s noch einen Blick ins Cockpit, über die Scheibe und dann beginnt der zweite Teil der Tour. Außenaufnahmen, es gibt keine Aufnahmebeschränkungen.

 

Ein paar Details werden noch gezeigt, u.a. der kleine Stauraum, Details zu den Triebwerken und der Sticker.

 

Dann endet die Tour auch schon wieder. Die 5 Pfund war es definitiv wert. Die Concorde mit dem Kennzeichen G-BOAC ist sehr gut erhalten und gepflegt, eine interessante Tour und keine „Masse“ im Bild.

 

Da der Bus mit der 200 nur einmal pro Stunde fährt und ich keine dreißig Minuten warten möchte nehme ich Google zur Hand, Google stimmt aber nicht, da an der Schnellstraße derzeit eine Baustelle ist und die Haltestelle somit nicht erreichbar, ein Bauarbeiter gibt mit den Rat Richtung Airport zu laufen, da sich dort noch eine häufiger frequentierte Haltestelle befindet. Mit der 330 geht es zurück zum Airport und mit dem nächsten Zug nach Manchester Picadilly. Das Tagesticket wird von den automatischen Gates nicht erkannt und muss vom Personal kontrolliert werden, da es keinen Magnetstreifen hat.

 

Die Bahnfahrt in die City dauert gute zwanzig Minuten. Am Platz gibt es USB-Anschlüsse und der Zug verfügt über kostenfreies WLAN.

 

 

Unterwegs ein wenig was essen und vor der Stadt begrüßt ein Regenbogen. Das Ticket wird im Zug und am Bahnsteig nochmals kontrolliert. Ich gehe erstmal durch die City, einen kurzen Hagelschauer später bin ich an den Picadilly Gardens, da wo die Stadt einkaufen geht. Da Manchester auch eher eine Industriestadt ist habe ich auch nicht die großen Sightseeing Pläne gemacht. Noch kurz zur Town Hall, leider ist diese wegen Renovierung bis 2024 geschlossen. Von dort aus mache ich mich zum Museum of Science and Industry. Vorbei an der Opera of Manchester.

Im MOSI gibt es verschiedene Ausstellungen, mich interessieren jedoch nur die Air & Space Hall (von Space keine Spur, nur ein abgetrennter Raum mit einem Film) und die Power Hall, hier ist eine Dauerausstellung zu Steam Power, also Dampfmaschinen und Eisenbahnen, aber auch eine E-Lok und ein Triebwerk befinden sich hier. Das Gelände verfügt über einen Historischen Bahnanschluss und derzeit wird die Brücke dazu saniert. Die ehemalige Station kann auch besichtigt werden, im Inneren befindet sich eine Fotoausstellung wie das Gelände von der Übernahme zum Museum wurde und eine historische Empfangshalle.

 

Der Eintritt ins MOSI ist kostenfrei, jedoch wird sehr aufdringlich um eine Spende von mindestens 3 Pfund gebeten, dabei wäre es deutlich angenehmer, einfach Eintritt in Höhe von ebendiesen drei Pfund einzuführen.

 

Nach einer guten Stunde gehe ich Richtung Manchester Central Station und mit der Metro zur Picadilly Station. Den Northern Train gegen Vier nehme ich zurück zum Airport, da dieser noch zwei Stopps macht dauert die Fahrt nur etwas länger als mit dem TransPennine Express auf der Hinfahrt.

 

Der Rückflug findet mit EasyJet statt, da ich bereits bei der Buchung einchecken konnte und mit dem Seatingbingo einen Fensterplatz erhalten habe mache ich mich direkt durch die Kontrolle. Es ist doch einiges los, denn die meisten reisen mit doch sehr viel Zeug. Die Briten kontrollieren selbst den Flüssigkeitenbeutel genau, wenn jemand keinen hat wird sogar kostenfrei einer bereitgestellt.

 

Aber die Ignoranz ist an anderer Stelle, reicht ein bestimmtes „nein“ nicht auf die Frage ob man noch was flüssiges dabei hat? Die Kontrolle musste es auch noch ganz genau nehmen, zwei aus zwei in 2018 mit Nachkontrollen und on top die Schuhkontrolle zum ersten Mal seit Ewigkeiten. Egal was ich anhabe, es sind immer die gleichen Stellen gekennzeichnet, das kann kein Zufall sein.

 

Die Anzeige der Flüge nehme ich doch ganz gerne wörtlich und begebe mich zur Aspire Lounge, sie ist recht gut besucht, aber nicht voll. Einen Platz mit Sicht auf die Gates bekomme ich noch.

 

Zur Auswahl stehen drei verschiedene warme Speisen, Salat und Brötchen mit Schinken bzw. Käse oder einem veganen Gemüseaufstrich.

 

Softdrinks und Heißgetränke gibt es als Selbstbediener, alkoholische Getränke an der Bar.

Die Wahl zwischen Heineken, Kronenburg, Budweiser und Tiger ist doch recht leicht.

Ich genieße die Zeit und verlasse die Lounge als das Gate angeschlagen steht, knapp 20 Minuten vor dieses wieder schließt. Mit der A319 geht es zurück nach Hamburg. Der Flieger ist nicht ausgebucht und so bleibt der Mittelplatz frei.

 

Die Zeit des Rückfluges verbringe ich mit Schlafen, da es doch ein recht anstrengender Tag war, kurz vor Hamburg bin ich wieder wach.

 

Für mich hat sich der Tagesausflug mit den beiden Museen und der nächsten besuchten Concorde gelohnt, auch wenn Manchester nicht die sehenswerteste Stadt im Lande ist.

 

Im folgenden die Galerie zu Manchester City

Manchester
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