VLM Airlines - Neustart geglückt

VLM Airlines war vor wenigen Jahren Konkurs gegangen, 2016 wurden sie jedoch von der SHS Aviation Group aufgekauft und das Geschäft zwischen London City und Antwerpen startete Ende Oktober 2017 wieder. Man hat große Pläne mit der kleinen Airlines. Mehrere Strecken wurden angekündigt, noch in 2017 nahm man den Betrieb nach Zürich auf, Mitte Februar 2018 stießen Maribor und München hinzu. Des Weiteren soll noch Birmingham ab Frühjahr hinzukommen. 

 

Die Flotte besteht aus 6 Fokker 50, VLM ist damit die größte Betreiberin dieses Typs in Europa. 

 

Die Route von Antwerpen nach Maribor hat einen Stopp von dreißig Minuten in München in beiden Richtungen. 

In Antwerpen bin ich ca. 1 Stunde vor dem Flug am Terminal angekommen. Es ist nicht riesig aber für einen Regionalflughafen ausreichend. Da hier selten Flüge zur gleichen Zeit abgefertigt werden, ist auch keine Erweiterung nötig. Die Vorhalle besteht aus ca. 8 Schaltern, einer war bereits für das Check-In nach München und somit auch nach Maribor im Gange. In Summe wurden heute 9 Passagiere auf die Strecke geschickt. Ich hatte mein Gepäck aufgegeben, da dies mit 23kg im Tarif enthalten ist, auch 10kg Handgepäck sind erlaubt.

Beim Buchen gibt es die Möglichkeit vorab Sitze auszuwählen (10€), dies ist jedoch aufgrund der geringen Auslastung nicht notwendig und kann auch beim Checkin erfolgen, proaktiv wird hier nach der Präferenz nach Gang oder Fenster gefragt. Bereits beim Checkin wird auf die Ausbalancierung der Maschine geachtet und somit ein mögliches Umsetzen verhindert. 

 

Die Sicherheitskontrolle öffnet jeweils pro Flug und so auch bei der jeweiligen Passkontrolle, sofern es sich um Non-Schengen Flüge handelt. 

 

Airside gibt es ausreichend Sitzgelegenheiten für einen Fünfzigsitzer und eine Bar mit einem angemessenen Angebot an Speisen und Getränken. 

 

Während ich auf mein Boarding wartete, konnte ich dabei zusehen, wie eine Fokker 50 entladen wurde und die Crew zu einer anderen Fokker 50 lief, diese wurde nach einem Groundcheck enteist. Langsam begann auch das Boarding, mit Namensvergleich über das Ausweisdokument. 

Wir mussten rund 60m über das Vorfeld zu unserer Maschine laufen, was sich sehr gut für ein paar Bilder machte. An der Treppe wurden die Bordkartenabschnitte nochmal manuell überprüft und gebeten, die zugewiesenen Sitze einzunehmen. 

 

Durch das Enteisungsmanöver zuvor waren wir leicht verspätet, was sich jedoch nicht negativ auf das Flugerlebnis auswirkte. Es gab einen angenehm weichen Start über Antwerpen Richtung Osten, während wir die Bundesrepublik überflogen wurde der Bordservice durchgeführt. VLM ist noch eine der klassischen Airlines, die dies im Tarif inkludiert haben und nicht wie andere Airlines inzwischen gegen ein „Buy on Board“ - Prinzip getauscht haben.

Es gab Tee/Kaffee und diverse Kaltgetränke zur Wahl, des Weiteren ein Snack, beispielsweise einen Joghurt oder ein Küchlein. Im Verlauf des Fluges wurde wie selbstverständlich ein weiterer Kaffee angeboten. Eine sehr aufmerksame und freundliche Flugbegleiterin gehört eigentlich zu jeder Airline. 

oben: bei den Vorbereitungen für das nächste Segment / unten: Start nach Maribor

Der Flug verlief angenehm, in München erfuhr ich, dass ich der einzige Fluggast nach Maribor sei, damit erhielt ich einen sehr angenehmen und persönlichen Service mit einem sehr netten Gespräch während des Fluges, des Weiteren habe ich ein paar interessante Informationen zu der Auslastung und dem Serviceablauf auch auf anderen Strecken bekommen. 

In München sind wir zwar leicht verspätet abgeflogen, was aber mit einem sehr kurzen Start belohnt wurde und auch aber nichts ausmacht, da wir auch in Maribor viel zu früh gelandet sind. Selbst eine große Kurve mit anschließender Drehung war locker drin. 

Im verschneiten Maribor, die Bahn wurde wohl extra für uns geräumt, landeten wir sehr sanft, wie zuvor schon in München. Ich verabschiedete mich noch von der Crew und wurde von der Ramp Agentin in Empfang genommen und zum Terminal begleitet, mein Gepäck wurde mir kurz danach gebracht und ich erkundigte mich noch kurz nach einem ATM und einem Transfer. Sehr netter Service, der Rückflug sollte auch nur mit einem Passagier stattfinden, leider war ich dies nicht. 

 

Es wird von der Airline eine Minimum Connecting Time von einer Stunde angegeben, was alles in allem Unfug ist. Da die Flieger bisher nie voll waren ist dies in wenigen Minuten geschafft, vermutlich müsste man das Flugzeug gar nicht verlassen. 

 

Noch was zum Produkt, alles in allem bin ich mit den beiden Flügen sehr zufrieden, durch die geringe Auslastung war es ein sehr persönlicher Service und auch die Sitze sind sehr viel angenehmer als bei vielen großen Airlines, der Abstand ist in Ordnung und nicht eng. Das Snack und Getränke-Angebot, welches im Tarif immer enthalten ist hat eine kleine Auswahl, z.B. Nachochips, Kekse, Muffins oder Joghurts. Ein vollwertiges Frühstück würde dies nicht ersetzen, aber für eine Economy Class, wo die meisten Airlines auf Buy-on-Board umgestellt haben, ist es in meinen Augen sehr gut. 

VLM Airlines wird mich auf jeden Fall wieder an Bord begrüßen können, ich hoffe, dass noch mehr Strecken an außergewöhnliche Airports aufgenommen werden. Eine direkte Verbindung ab Hamburg wäre auch interessant.

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